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VDSI-Forum NRW 2016

​Wie lässt sich eine Gefährdungsbeurteilung sinnvoll in den Betrieben anlegen? Ab wann sind alle Risiken und damit verbundene Gefährdungen ausreichend erfasst? Inwieweit spielen individuelle Leistungsvoraussetzungen bei der Bewertung eine Rolle? Welche weiteren gesellschaftlichen Entwicklungen wie z.B. der demografische Wandel sind zu berücksichtigen? Fragen, die so weder eindeutig noch spontan zu beantworten sind, denen sich aber Sicherheitsfachkräfte, Betriebsärzte und alle weiteren Präventionskräfte in den Betrieben stellen müssen.

Diese Fragestellungen lieferten den VDSI-Regionalgruppen in NRW den Anlass, diese im Rahmen ihres diesjährigen Forums –dem bereits achten seiner Art- zu thematisieren. In Zusammenarbeit mit der Fakultät Sicherheitstechnik der Bergischen Universität Wuppertal fand heute eine mit über 200 teilnehmenden Fachleuten sehr gut besuchte Veranstaltung statt, in deren Verlauf der Fokus nicht allein rückblickend auf das bereits Erreichte gerichtet werden sollte. Herr Prof. Dr. Pieper (Bergische Universität Wuppertal) sowie Herr Günter Burow (VDSI-Region Köln) führten als Moderatoren durch eine ganztägige Veranstaltung, auf welcher Herr Isfrid Brand-Falkenthal als Vertreter des Vorstandes zunächst Grußworte an alle Anwesenden richtete. Aus seiner Sicht sollte eine solch überregional ausgerichtete Veranstaltung wie das VDSI-Forum NRW auch Impulse für die Verbandsarbeit in anderen Bundesländern liefern können.

Im Laufe des Vormittages nahmen Vertreter von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite, Betriebsärzten und Sicherheitsfachkräften Stellung zum derzeitigen Stand der Umsetzung einer Gefährdungsbeurteilung. Alle Vorträge sowie die sich anschließenden Podiumsdiskussionen stellten sich dem Anspruch, den künftigen Anpassungsbedarf auf dem Weg zu einer ganzheitlichenGefährdungsbeurteilung erkennen zu können, welche alle relevanten Gefährdungsfaktoren und deren Wechselwirkungen berücksichtigt. Nachdem in der Mittagspause die Gespräche unter Teilnehmern und Referenten ihre Fortsetzung fanden, wurden am Nachmittag systematische Vorschläge für die Durchführung einer ganzheitlichen Gefährdungsbeurteilung und erste Praxiserfahrungen geschildert. Naturgemäß –und dies war so gewollt- führten verschiedene Umsetzungsvorschläge in ihrer Ausprägung zu lebhaften Diskussionen im Auditorium.

Einig waren sich die Teilnehmer der Veranstaltung darin, dass gerade mit Blick auf eine stetig fortschreitende Arbeitsteilung, Digitalisierung und Entgrenzung der Arbeit die Verbesserung von Sicherheit und Gesundheitsschutz stets eine gemeinschaftliche Herausforderung bleiben wird. Mit seinen Regelungen zur Einhaltung allgemeiner Schutzziele lässt das Arbeitsschutzgesetz den Akteuren im Arbeitsschutz genügend Handlungsspielraum, den aktuellen wie künftigen Herausforderungen innovativ zu begegnen und so eine Präventionskultur in den Betrieben zu fördern.